

Katzen zusammenführen – It’s a match!
Du möchtest deiner Katze einen Spielkameraden zur Seite stellen? Das ist toll! Besonders Wohnungskatzen brauchen in der Regel Gesellschaft, damit sie ausgelastet und zufrieden sind. Aber bevor du eine weitere Fellnase dazu holst, solltest du dich und deinen Stubentiger richtig darauf vorbereiten. Wenn du die Vergesellschaftung geschickt angehst, steigen die Chancen auf ein friedliches Zusammenleben.
Diese Paare harmonieren besonders gut
Bevor du dir überlegst, wie du deinen Stubentiger mit einem Neuankömmling bekannt machst, versichere dich, dass die zwei möglichst kompatibel sind. Bestimmte Konstellationen können die Erfolgschancen einer Zusammenführung nämlich steigern.
Auf der Suche nach einem passenden Partner für deine Samtpfote gibt es vier Merkmale, an denen du dich orientieren kannst:
Das Alter
Um Katzen erfolgreich zusammenzuführen, sollte der Altersunterschied der beiden möglichst gering sein. Gleichaltrige Katzen haben oftmals ähnliche Bedürfnisse und Interessen.
Der Körperbau
Achte bei der Katzenwahl darauf, dass Stubentiger und Neuankömmling sich in einer ähnlichen Größen- und Gewichtsklasse bewegen. So vermeidest du, dass wegen körperlicher Unterschiede ein Machtgefälle zwischen den beiden entsteht.

Der Charakter
Gegensätze ziehen sich an? Nicht in diesem Fall. Versuche schon im Vorfeld herauszufinden, ob die zwei Fellnasen ähnliche Wesenszüge haben, damit sie sich gut verstehen. Informiere dich gern bei uns im Tierheim über die Katze, die du dazu adoptieren möchtest.
Das Geschlecht/die Geschlechtsreife
Es gibt keine Faustregel für das Vergesellschaften von Katzen und/oder Katern. Du kannst aber im Hinterkopf behalten, dass Katzen und Kater jeweils ein unterschiedliches Spielverhalten haben und daher mal besser, mal schlechter miteinander harmonieren. Wichtig ist, dass du darauf achtest, dass die Männchen bei der Zusammenführung mit einer Katze und ggf. auch miteinander kastriert sind.
Schritt für Schritt zum eingespielten Team
Bei der Zusammenführung kannst du einige Tipps beachten, die es deinen zwei Samtpfoten erleichtern, einander kennenzulernen.
DO’S
es gibt ein separates Zimmer für die neue Katze mit eigenem Futter, eigener Toilette und eigenem Spielzeug
die Katze darf ihr neues Zuhause in ihrem Tempo erkunden
DONT’S
die neue Katze wird sofort zur anderen Katze dazugesetzt
die neue Katze wird aus ihrem Safespace herausgeholt, damit das Zusammenführen vermeintlich schneller vorangeht
DO’S
Decken oder Spielzeuge der zwei Katzen hin und wieder miteinander tauschen, sodass beide die neuen Gerüche kennenlernen
erst die eine und dann die andere Katze streicheln, damit sie sich an die Gerüche gewöhnen
DONT’S
beide Katzen waschen, um die neuen Gerüche zu neutralisieren
Stressreaktionen wie Knurren oder Rückzug nach dem Geruchskontakt ignorieren
DO’S
Türgitter oder einen offenen Türspalt nutzen, um den nötigen Abstand zwischen beiden Katzen zu wahren
den Kontakt kurz, beaufsichtigt und ungezwungen halten
DONT’S
beide Katzen auf den Arm nehmen und versuchen, zwischen ihnen zu vermitteln
die Katzen unbeaufsichtigt aufeinandertreffen lassen
DO’S
die Katzen entscheiden selbst, wie nah sie sich kommen
du bleibst ruhig und gelassen
DONT’S
du setzt beide Katzen direkt voreinander
du nimmst den Neuankömmling bewusst vor deinem Stubentiger in Schutz
DO’S
du veränderst nichts an den bestehenden Routinen
mit der Zeit entwickeln sich evtl. neue Routinen, an die sich beide Tiere gemeinsam gewöhnen können
DONT’S
mit der Ankunft der neuen Katze führst du sofort neue Routinen ein und nimmst deinem Stubentiger damit das Gefühl von Sicherheit
du verhinderst, dass deine zwei Katzen gemeinsam neue Routinen entwickeln
Die Phasen der Zusammenführung von Katzen
Das Vergesellschaften von Katzen braucht seine Zeit und kann von Tier zu Tier unterschiedlich lang dauern. Mach dir selbst und deinen Fellnasen keinen Stress.
Beobachte ihr Verhalten und überlege, ob du es einer der folgenden Phasen zuordnen kannst. So kannst du grob einschätzen, wie gut deine zwei Katzen sich schon aneinander gewöhnt haben.
Phase 1: Ablehnung
Anfangs werden deine Katzen einander vielleicht als Konkurrenz wahrnehmen. Vor allem dein Stubentiger wird eventuell erst einmal mit Fauchen und geduckter Haltung auf den Neuankömmling reagieren. Das ist völlig normales Verhalten und signalisiert „Komm mir nicht zu nahe“.
Je nachdem, wie couragiert sein Gegenüber ist, wird er sich zurückziehen oder ein ähnliches Verhalten zeigen.

Phase 2: Akzeptanz
Mit der Zeit werden deine zwei Katzen realisieren, dass sie sich ihr Revier teilen müssen. Das Konkurrenzdenken nimmt ab und sie gehen einander aus dem Weg. Jetzt ist es besonders wichtig, dass du deine Zuwendung gleichmäßig auf die zwei verteilst, damit keine der beiden eifersüchtig wird.
Phase 3: Neugier
Irgendwann siegt die Neugier. Die Katzen fangen an, sich näher zu kommen und sich gegenseitig zu beschnuppern. Du kannst das Zusammenkommen der zwei Fellnasen fördern, indem du versuchst, mit ihnen gemeinsam zu spielen. Außerdem kannst du ihre Futternäpfe im selben Raum platzieren. Um zu vermeiden, dass es zwischen den beiden zu Futterneid kommt, setz dich am besten zwischen sie.
Phase 4: Gewöhnung
Dein Stubentiger und der Neuankömmling fangen an, vollkommen friedlich miteinander umzugehen. Im besten Fall teilen sie sich Liegeplätze oder spielen von selbst miteinander. Aber auch Katzen, die nicht jeden Tag miteinander spielen oder kuscheln, freuen sich übereinander. Gerade bei Katern ist gelegentliches Raufen normal und muss nicht unbedingt ein Grund zur Sorge sein.

Phase 5: Zusammenfinden
Sobald sich die zwei tagtäglich verhalten, als hätten sie schon immer zusammengelebt, ist die Vergesellschaftung geglückt. Sie putzen einander, kuscheln und schlafen am selben Ort.
Keine Besserung in Sicht: Was tun, wenn die zwei sich einfach nicht mögen?
Trotz aller Bemühungen kann es passieren, dass dein Stubentiger und der Neuankömmling einander nicht riechen können. Wenn du beobachtest, dass es auch nach mehreren Monaten noch zu aggressivem Verhalten zwischen den beiden kommt, sie einander jagen oder sogar angreifen und dadurch Verletzungen entstehen, bedeutet das enormen Stress für die zwei.
Bei Fragen oder Sorgen kannst du dich immer an uns im Tierheim wenden. Wir geben dir gern Tipps und helfen die bei der Zusammenführung. Gemeinsam finden wir sicher eine Lösung für deine zwei Fellnasen.
