Tierarzt hält Hund und Katze, Hinweis auf Arthrose bei Hund und Katze und Symptome erkennen
Titel Attribut: Arthrose bei Hund und Katze, Symptome erkennen
Hund und Katze beim Tierarzt, Ratgeber zu Arthrose Symptomen und Behandlung
Titel Attribut: Ratgeber Arthrose, Hilfe für Hund und Katze

Wenn jeder Schritt Schmerzen bereitet

Arthrose bei Hunden und Katzen

Früher konnte dein Vierbeiner gar nicht genug vom Toben und Herumtollen bekommen und heute schlurft er nur noch mühsam dem Spielzeug hinterher? Ein verändertes Spielverhalten kann nicht nur ein Anzeichen dafür sein, dass deine Fellnase älter geworden ist und keine große Lust mehr zum Spielen hat. Es kann auch bedeuten, dass Bewegung ihm Schmerzen bereitet. Oft ist der Grund dafür eine Arthrose in den Gelenken. Was genau das ist und wie dein Hund oder deine Katze trotz Erkrankung weiter ein schönes Leben führen kann, liest du hier.

Arthrose: Was ist das eigentlich?

Genau wie beim Menschen ist die Arthrose auch bei deinem geliebten Haustier eine chronische Erkrankung der Gelenke. Der Knorpel, der im Gelenk als Stoßdämpfer dient, nutzt sich ab, die Knochen reiben ohne Puffer aufeinander und schmerzhafte Entzündungen entstehen. Das kann deinem Liebling schlimme Schmerzen bereiten. 

In diesem Video erfährst du mehr über Arthrose bei Hunden 

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Weitere Informationen

Wodurch wird eine Arthrose ausgelöst?

Arthrose bei Hunden und Katzen kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist liegt der Ursprung einer Erkrankung in einem der folgenden 6 Faktoren.

Alterung: Der Gelenkknorpel wird mit dem Alter weniger elastisch und belastbar, wodurch der Knorpelverschleiß beschleunigt wird.

Übergewicht: Zu hohes Gewicht durch falsche Ernährung oder einen Mangel an Bewegung und die dadurch bedingte mangelhafte Bemuskelung erhöhen den Druck auf die Gelenke und tragen zu einem übermäßigen Knorpelabbau bei.

Überlastung: Wiederholte, starke Belastungen, wie das Springen aus großen Höhen, schädigen den Knorpel ebenfalls.

Verletzungen/Fehlstellungen: Unfälle (Knochenbrüche, Bänderrisse) sowie dadurch verursachte Fehlstellungen können die Gelenkstruktur und somit den Knorpel schädigen. 

Genetische Veranlagung: Bestimmte Rassen sind anfälliger für Arthrose, zum Beispiel durch angeborene Fehlstellungen oder rasseübliche Stoffwechselerkrankungen, die den Knorpelabbau beschleunigen.

Entzündungen: Eine vorangegangene Arthritis kann eine Arthrose zusätzlich begünstigen. 

Wie äußert sich eine Arthrose bei Tieren?

Obwohl die verschiedenen Faktoren, die zu einer Arthrose führen können, bei Hunden und Katzen gleich sind, äußern sich Symptome bei den zwei Vierbeinern meist unterschiedlich.

Hund

steife Gangart, Lahmheit

Schwierigkeiten beim Aufstehen, Hinlegen oder Treppensteigen

sichtbarer Muskelrückgang, evtl. Schwellungen an den Gelenken

deutliche Gewichtsveränderung

ungewöhnlich viel Schlaf

Wesensveränderung

Katze

Vernachlässigen der Fellpflege, struppiges oder mattes Fell

Unsauberkeit, Absetzen von Kot oder Urin neben der Katzentoilette, weil der Einstieg zu beschwerlich ist 

verändertes Jagd-/Spielverhalten

deutliche Gewichtsveränderung

ungewöhnlich viel Schlaf

Wesensveränderung

Wie bekommt dein Vierbeiner eine Diagnose?

Damit Arthrose diagnostiziert werden kann, muss dein Hund bzw. deine Katze tierärztlich und orthopädisch untersucht werden. Hierbei werden zum Beispiel das Gangbild und äußerliche Veränderungen wie Schwellungen an den Gelenken betrachtet. Wenn das geschehen ist, wird oft noch ein Röntgenbild gemacht. Auch eine CT- oder MRT-Aufnahme vom vermeintlich betroffenen Gelenk kann nötig sein, um den Verdacht bestätigen zu können. Auch Bluttests zur Untersuchung der Entzündungswerte werden eventuell gemacht.

Welche Behandlung hilft bei Arthrose?

Die Behandlung deiner Fellnase soll vor allem dazu beitragen, ihr persönliches Wohlbefinden zu fördern. Daher sind die Therapieansätze je nach Tier und Ausprägung der Symptome sehr individuell. In der Regel zielen sie aber alle darauf ab, die Schmerzen deines Vierbeiners zu lindern und seine Beweglichkeit zu verbessern.  

Zur klassischen Behandlung einer Arthrose bei Hunden und Katzen gehören:
• Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente
• Physiotherapie mit sanften Bewegungsfolgen, wie z. B. regelmäßige Einheiten auf dem Wasserlaufband
• eine angepasste Ernährung und eventuell Nahrungsergänzungsmittel

Auch im Tierheim betreuen wir leider immer wieder Schützlinge, die an Arthrose leiden. Damit sie trotz ihrer Schmerzen ein möglichst gutes Leben führen können, versorgen wir sie gewissenhaft und begleiten sie oft ein Leben lang medizinisch. Dazu gehören regelmäßige tierärztliche Kontrollen, passende Medikamente und eine besonders aufmerksame Pflege.

Wenn Du uns dabei unterstützen möchtest, die Behandlung unserer arthrosekranken Hunde und Katzen zu ermöglichen, freuen wir uns sehr über Deine Spende.

ICH MÖCHTE HELFEN

Du kannst aber auch unabhängig davon jede Menge tun, um deinem Liebling das Leben mit Arthrose zu erleichtern. Wichtig ist erst einmal, dass du dich und dein Haustier nicht unnötig stresst. Das wird schon!

Du kannst deinen Hund bzw. deine Katze zum Beispiel ganz einfach entlasten, indem du eine gelenkschonende Umgebung in eurem Zuhause schaffst. Hierfür kannst du zunächst rutschfeste Matten oder kleine Teppichläufer auf glatten Böden auslegen. So kannst du sicherstellen, dass deine Fellnase nicht ausrutscht und sich dabei im schlimmsten Fall verletzt. 

Höhenunterschiede kannst du ausgleichen, indem du Rampen aufstellst. Besonders für Katzen, die gern erhöht liegen, ist das eine große Erleichterung. Dann müssen sie nicht mehr springen, um ihre Liegeplätze zu erreichen. Für Hunde, die gern auf dem Sofa liegen, gilt das gleiche. Achte auch auf die Position der Futter- und Wassernäpfe: Gleiche den Höhenunterschied vom Kopf deines Tieres zum Boden aus, indem du einfach einen Ständer für die Näpfe kaufst oder etwas darunterlegst. 

Zusätzlich kannst du für deinen Vierbeiner ein orthopädisches Bett besorgen, in dem er gemütlich liegen kann.  

Außerdem: Dass deine Fellnase sich nicht mehr so agil bewegt wie früher, heißt nicht, dass sie sich gar nicht mehr bewegen sollte – nur anders! Lege den Fokus in eurem gemeinsamen Alltag auf ruhige und schonende Bewegungen. Wenn du mit deinem Hund zu einer Gassirunde aufbrechen möchtest, bereite ihn darauf vor. Geht zusammen schon mal ein paar langsame Schritte im Haus oder Garten, damit dein Vierbeiner etwas aufgewärmt ist. Auch Alternativen zum Ballspielen und Toben, zum Beispiel knifflige Denkspiele, halten deinen Vierbeiner bei Laune und festigen eure Freundschaft.

Genauso solltest du mit deiner Katze weiterhin spielen. Achte nur darauf, dass deine Samtpfote nicht zu sehr durch euer Zuhause tobt. Vor allem Suchspiele und Schleckmatten sind eine geeignete Alternativ, mit der dein Haustier trotz Arthrose gut beschäftigt bleibt.

Sollte deine Katze Schwierigkeiten dabei haben, sich so zu putzen wie früher, kannst du ihr dabei behilflich werden. Streiche sanft mit einem feuchten Tuch an den Stellen über ihr Fell, die sie selbst nicht mehr erreicht. Besonders angenehm kann es auch sein, wenn du eine weiche Kinderzahnbürste anfeuchtest und damit über ihr Fell gehst. Die Oberfläche der Borsten soll sich so anfühlen wie die Zunge einer Katzenmama, die ihre Kleinen putzt. Probier’s doch mal aus!

Hier gehts weiter!

Tolle Tipps und Tricks, wie du deinen Vierbeiner trotz Erkrankung etwas auf Trab hältst, findest du auch in unserem Pfotenratgeber „Tierische Tipps gegen Langeweile“.